Miteinander - Internationaler Kongress zur Flüchtlingshilfe 2016

Freiburg, 1. - 3. November 2016

shared needs - shared actions


Wie gelingt Integration?

was brauchen die Geflüchteten, die Helferinnen und Helfer, die Gesellschaften?

was wird bereits erfolgreich getan und was können wir gemeinsam weiter tun?

 

Flucht und Vertreibung sind keine spezifisch deutschen Themen. Sie sind weltweit anzutreffen und waren schon immer aktuell. Unsere Eltern und Großeltern haben selbst Krieg und Flucht erlebt – und leiden teilweise noch heute darunter: Nach dem Ende der Gewalt kehrt noch lange nicht und vor allem nicht von alleine Frieden in den Köpfen und Herzen ein.

Nach einer ersten Versorgung der ankommenden Geflüchteten braucht es Arbeits-, Integrations- und Entfaltungsmöglichkeiten. Bei allem ist die aktive Bearbeitung der schrecklichen Erfahrungen auf individueller wie kollektiver Ebene notwendig. Die Weltgeschichte ist voll von immer wieder aufflammenden Krisen nach unbearbeiteten Konflikten. Auch unsere Gesellschaft musste sich in einem leidvollen Prozess mit dem Erlebten, mit Schrecken und Verbrechen auseinandersetzen – über Generationen hinweg! Diese Erfahrungen und das reiche Wissen zur Trauma-Bearbeitung und Konflikt-Transformation sollten wir nutzen, um die humanistische Tradition unseres Kontinents gerade in den Zeiten turbulenter Globalisierung weiterführen zu können. Nur so können wir den Geist der Willkommenskultur erhalten und ein verlässliches Fundament der Menschlichkeit für eine gelingende Zukunft legen. Angst, Hass und Abschottung lösen die Probleme nicht!

Es braucht die internationale Kooperation. Die Situation in Europa und an seinen Rändern zeigt dies deutlich. Und diese Kooperation beginnt auf der Ebene der Menschen. Schaffen wir das Know-how im MITEINANDER und eine positive Stimmung, kann dies von der Politik aufgegriffen und strukturell gefestigt werden.

Helferinnen und Helfer aus Deutschland und dem Nahen Osten – voraussichtlich Jordanien, Griechenland, der Türkei und dem Libanon – berichten (teilweise online) – über ihre Erfahrungen im Umgang mit Geflüchteten aus arabischen Ländern. Im Austausch gewinnen wir neue Perspektiven und können persönliche wie länderübergreifende Strategien des Handelns entwickeln.

Über den Austausch hinaus geht es um die Weiterentwicklung

  • vorhandener Möglichkeiten zur Gewaltfreien Kommunikation,
  • der konstruktiven Konfliktbearbeitung,
  • der Selbstfürsorge (self-care) und Selbstorganisation,
  • der Bearbeitung seelischer Verletzungen unter transgenerationaler Perspektive.

Diese Thematik stellen wir in den komplexen Rahmen, der sich ergibt durch

  • die unterschiedlichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten seitens der geflüchteten Individuen auf den verschiedenen Stadien des Integrationsprozesses,
  • die unterschiedlichen Handlungsmotive, Kompetenzen und oftmalige Überforderung der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helferinnen und Helfer,
  • die sich wandelnde Stimmungslage und die damit zusammenhängenden Entwicklungsperspektiven der Gesellschaft insgesamt,
  • unsere internationale Verflechtung mit den Fluchtregionen und den Fluchtursachen.

Ein differenziertes Verständnis ist die Voraussetzung für eine gute Praxis. Wer ein Problem ‚verstanden‘ hat, ist der Lösung nahe. Über das Verstehen hinaus wollen wir uns für die Praxis Anregungen holen aus den Erfahrungen, die anderenorts und vor allem in arabischen Ländern gemacht wurden. Im gemeinsamen Planen und Gestalten werden wir uns unserer Kräfte bewusst, wir bündeln sie und setzen sie kreativ zum Wohle aller ein. Das kann unsere Arbeit leichter und effektiver werden lassen.

 

Kongressprogramm (Kurzfassung)

(Änderungen vorbehalten)

Dienstag, 1. November
Historisches Kaufhaus, Kaisersaal; Münsterplatz
14.00 Ankommen und Registrierung
15.00 Kongressbeginn
21.00 Ende des ersten Tages

Mittwoch, 2. November
Goethe-Gymnasium; Holzmarkt
09.30 Beginn des zweiten Kongresstages
18.00 Ende des zweiten Kongresstages

Donnerstag, 3. November
09.30 Beginn des dritten Kongresstages
17.00 Abschiedszeremonie
18.30 Ende des Kongresses
19.00 Fare well-Party

Ergänzungsprogramm

Samstag, 5. November
Fairburg, Lörracherstr. 9
10:00 Uhr Interreligiöses Training speziell für Geistliche und ReligionslehrerInnen
16.00 Ende des Trainings
Verantwortlich: Steve Olweean

 

 

Kongressprogramm (Langfassung)

(Änderungen vorbehalten)

 

Erster Kongresstag - Dienstag, 1. November

14.00 Uhr: Ankommen/ Registrierung/ Kaffee

15.00 Uhr Begrüßung, Einführung

  • Prof. Dr. Wolfgang Roth, Freundeskreis Asyl Freiburg, Treffpunkt Freiburg
  • Bürgermeister Ulrich v. Kirchbach, Stadt Freiburg

15.30 Steve Olweean, Direktor Common Bond Institute, Michigan/ USA:
Trauma- und Konfliktbewältigung - Erfahrungen aus Jordanien und dem Libanon
(engl. mit Übersetzung)

17.00 – 17.30 Pause

17.30 – 19.00 Begegnung auf Augenhöhe - Projektbeispiele und Anregungen, Perspektive der Geflüchteten

19.00 – 19.30 Pause

19.30 – 20.30 Prof. Dr. Albert Scherr im Gespräch mit dem SWR-Moderator Eggert Blum:
Migration bestimmt das 21. Jahrhundert - wie sie verläuft, entscheidet unser Handeln

20.30 - 21.00 Ausblick auf das Programm der beiden Trainings-Tage

 

Zweiter und dritter Kongresstag - Mitwoch 2. November & Donnerstag 3. November

Interkulturelles Training: Die am ersten Tag gewährten Einblicke in erfolgreiche Flüchtlingsprojekte werden in Workshops mit abwechselnder Plenums- und Kleingruppenarbeit vertieft, ausgebaut und ausprobiert. Der angemessene Umgang mit schwierigen Situationen steht im Vordergrund (Konflikttransformation/ Konfliktmanagement). Es geht um die zwischenmenschlichen und innerseelischen Konflikte der Geflüchteten, der Helferinnen und Helfer, der ehrenamtlichen wie der hauptamtlichen. Die Konflikte und Nöte der einen Gruppe hängen immer auch mit denen der anderen zusammen und müssen gemeinsam betrachtet werden. Als eine effektive Methode zur Bewältigung von Traumata und der Konflikttransformation hat sich gemäß den Erfahrungen des CBI und der Gestaltpsychologie die Anwendung von Ritualen erwiesen, weshalb darauf ebenfalls eingegangen werden soll.

Am dritten Tag findet gegen 17 Uhr eine Abschiedszeremonie statt.

Von 19 bis 22 Uhr gibt es eine Fare-Well-Party mit Kulturgruppen und ggf. Verköstigung.

 

Sozialpädagogische und psychologische TrainerInnen:

  • Ayat Jebril Nashwan, Amman, Jordanien
  • Ghalia Al Asha Hassona, Damascus, Syrien (jetzt: Amman, Jordanien)
  • Myron Eshowsk, Wisconsin, USA
  • RaadAli Ahmed Al-Awamleh, Amman, Jordanien
  • Samer (Mohammad Badri) Ahmad Al-Zughul, Amman, Jordanien
  • Steve Olweean, State University of Michigan, USA
  • Tanya Awad Ghorra Beirut, Libanon

 

Ergänzungsprogramm

Am Samstag, den 5. November, wird vom CBI ein Training für Geistliche aller Religionsgemeinschaften angeboten, da sich viele Geflüchtete an sie wenden. Sie sollten um die Möglichkeit der Traumabearbeitung wissen.

 

Zielgruppen

  • Zum ersten Tag sind alle Interessierten eingeladen
  • Zu den Folgetagen sind neben Geflüchteten vor allem die ehrenamtlichen und hauptamtlichen HelferInnen, die MultiplikatorInnen, KoordinatorInnen und Lehrkräfte eingeladen, die mit Geflüchteten arbeiten und/oder dafür verantwortlich sind


Kongresssprachen

  • am ersten Kongresstag: englisch und deutsch
  • am zweiten und dritten Kongresstag: englisch, mit punktueller Übersetzungshilfe

 

Veranstalter

Initiator der Konferenz ist das Common Bond Institute (CBI), das mit dem Treffpunkt Freiburg (Freundeskreis Asyl Freiburg), der Stadt Freiburg (Amt für Migration und Integration) und dem Goethe-Gymnasium Freiburg zusammenarbeitet.

Das Common Bond Institute (CBI) ist eine US-amerikanische Nichtregierungsorganisation unter der Leitung das Psychologen Steve Olweean MA (Clinic Psychology). Es arbeitet seit vielen Jahren weltweit im Bereich des Konfliktmanagements mit Geflüchteten und FlüchtlingshelferInnen. Es folgt einem ganzheitlichen humanistischen Ansatz der Flüchtlingshilfe, mit dem Ziel, Gewaltspiralen zu durchbrechen und kollektive Wunden zu heilen, bevor sie in der nächsten Generation wieder aufbrechen. Es sieht die gegenwärtigen Völkerwanderungen als gemeinsame globale Herausforderung, die gemeinsames Handeln erfordert. Steve Olweean ist Professor für Kommunikationspsychologie in Michigan. Das CBI arbeitet weltweit mit zahlreichen Organisationen zusammen, so der Charter für Mitgefühl, der internationalen Gesellschaft für humanistische Psychologie und dem Parlament der Weltreligionen. Zur Konferenzankündigung des CBI. Ansprechperson für den Kongress ist Steve Olweean.

Der Treffpunkt Freiburg als Selbstorganisation von bürgerschaftlich Engagierten unterstützt mit seinen 60 Mitgliedsorganisationen seit dem Jahr 2000 bürgerschaftliches Engagement. Unter diesem Dach gründete sich Ende 2015 der Freundeskreis Asyl Freiburg, der für zahlreiche freiwillig Engagierte in der Flüchtlingshilfe Informationen bereitstellt sowie Erfahrungsaustausch und Fortbildungen organisiert - auch online mit dem Freiburger Wiki zur Flüchtlingshilfe. Ansprechpersonen für den Kongress sind Prof. i.R. Dr. Wolfgang Roth, Dipl. Psych. Regina Weiser und Dipl. Päd. Peter Ludorf.

Die Stadt Freiburg, richtete zum 1. Juni 2016 das Amt für Migration und Integration ein, das u.a. die städtischen und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten zur Flüchtlingshilfe koordiniert und fördert. Ansprechperson für den Kongress ist Antje Reinhard.

Das Goethe-Gymnasium Freiburg hat die Veranstaltung als schulische Veranstaltung deklariert, da sie wesentliche Aspekte ihrer Arbeit und Ausrichtung aufgreift, interessierten LehrerInnen und SchülerInnen eine besondere Form der Weiterbildung bietet und Anlass ist, die eigene Konzeption in diesem Bereich weiterzuentwickeln.

 

KooperationspartnerInnen

  • SÜDWIND Freiburg e.V.
  • Pädagogische Hochschule Freiburg
  • Katholische Hochschule Freiburg
  • Evangelische Hochschule Freiburg (angefragt)
  • Michigan State University
  • International Humanistic Psychology Association
  • Verbände und Träger der Flüchtlingsarbeit

 

 

Teilnahmebeitrag

 

Teilnahmebeitrag für nicht ehrenamtlich engagierte KongressteilnehmerInnen:

 

Teilnahmebeitrag für ehrenamtliche FlüchtlingshelferInnen
(oder solche, die es werden wollen) aus Freiburg und Umgebung:

  • Teilnahme Gesamtkongress (1.-3.11.): 90 € (ermäßigt 65,- €)
  • Teilnahme erster Tag (1.11.): 25,- € (ermäßigt 15,- €)

 

 

Geflüchtete haben freien Eintritt (Kontingent). Auch sie bitten wir um Anmeldung.

 

Anmeldung

Eine frühzeitige Anmeldung erleichtert den OrganisatorInnen die Planung.

Bitte nutzen Sie dieses Anmeldeformular, es erleichtert die Organisationsarbeit sehr.

Einen Anmeldeschluß für den Kongress gibt es nicht.

Rückerstattung bei Abmeldung

  • Abmeldung bis 15. Oktober: Rückerstattung möglich
  • Abmeldung nach dem 15. Oktober: Eine Rückerstattung ab diesem Zeitpunkt erfolgt, sofern eine Ersatzperson benannt wird. Ansonsten ist eine Erstattung nicht möglich.

 

Spenden und Förderbeiträge

Die ReferentInnen verzichten weitgehend auf Honorare. Da die Einnahmen vorwiegend für die Reise- und Unterkunftskosten der KollegInnen aus den Flüchtlingscamps im Nahen Osten benötigt werden, sind wir sehr auf Förderbeiträge oder Spenden angewiesen. Wer mehr beitragen kann (z.B. 100, 150 oder 200 €), trägt dazu bei, jordanischen und libanesischen TeilnehmerInnen mit geringem Einkommen die Teilnahme zu ermöglichen. Über den gemeinnützigen Treffpunkt Freiburg e.V. können wir Ihnen eine Spendenbescheinigung ausstellen (ab 200 €).

 

Ermäßigungen

Hier finden Sie nochmals unsere Ermäßigungsgründe.

Wir bitten die Verbände, die Teilnahmegebühren für ihre Angestellten und im Rahmen ihrer Anerkennungskultur auch für ihre Ehrenamtlichen zu übernehmen.

 

Bankverbindung für Teilnahmebeitrag und Spenden

Zu zahlen ist der Teilnahmebeitrag auf das Konto

Kontoinhaber: Treffpunkt Freiburg
Kreditinstitut: GLS-Bank, Bochum
IBAN: DE12 4306 0967 7918 7153 00
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Kongress

 

 

 

AnsprechpartnerInnen lokales Orga-Team

Prof. i.R. Dr. Wolfgang Roth, Tel.: ++49/ 761/ 3 40 40
Dipl. Psych. Regina Weiser, Tel.: ++49/ 761/ 42 99 62 00

 

Weiterführende Hinweise

Hier finden Sie unsere Fortbildungen/ Veranstaltungen für FlüchtlingshelferInnen

Zur allgemeinen Veranstaltungsübersicht